Coach

2011 beendete Samer Ismailat seine Spielerkarriere. In Hamburg hat er zwei große Aufgaben. Die Jugendarbeit zu fördern und die St.Pauli Bats in die Bundesliga zu bringen. Er war selbt Migrant, besitzt nun den deutschen Pass und gibt durch seine Integrationsarbeit etwas zurück. Er hat viel Zeit und harte Arbeit in den Basketballsport investiert. Es ist bis heute sein Lebensmittelpunkt.

Wille und Aufopferung bilden das Fundament für alles!" sagt Samer.

Genau diese Hingabe und Leidenschaft will er den Kindern vermitteln.

Zu seiner Basketball-Philosphie:

Als er 2004 (Mike D Antoni wurde in dem Jahr Head Coach der Phoenix Suns und führte diesen Spielstil in der NBA ein) zurück als Spielertrainer in Aurich war, wurden seine Drei-Punkte-Würfe von 8 bis 10m Entfernung Egogezocke genannt (obwohl sein Team 2x Aufstieg und er in 2 Saisons 7,9/7,5 Dreier pro Spiel bei über 45% traf). Einige Trainer beschwerten sich sogar beim Schiedsrichter weil Sie so weite Würfe für eine Missachtung der Spielregeln hielten. Im Angriff nahm sein Team innerhalb von 10 Sekunden den erstbesten Wurf. Die meisten Trainer (die, die vollen 24 Sekunden der Angriffsuhr nutzen) nannten dies planlos oder Streetball. Während Steve Nash dafür 2x hintereinander die NBA MVP (2005 & 2006) Trophäe bekam. Seine 2,10m Power Forwards/Center standen oft weit außen und warfen sogar Dreier. Zu der Zeit dachte man große Spieler gehören ausschließlich ans Brett. Big-Men die Dreier werfen wie Dirk Nowitzki (war 2007 der 1. Europäer der MVP wurde), sind nicht mehr eine Seltenheit. Sie sind mittlerweile in jedem Kader zu finden. Eine deutliche Weiterentwicklung des Spiels. 35 Jahre lang galt nämlich Larry Bird als bester "weißer" Spieler aller Zeiten. Jetzt ist es Dirk Nowitzki. Da sind sich alle Experten einig.

Dieser Spielstil wurde von sehr vielen Trainern und Experten kritisiert. Trainerlegenden wie Dirk Bauermann (9x Meister + 4x Pokal + 4x Trainer des Jahres) oder Svetislav Pesic (8x Meister + 7x Pokal + 3x Trainer des Jahres...) spielten den alten Stil mit der Erklärung: "Das Rad wird nicht neu Erfunden." Dirk Bauermann allein ist es zu verdanken dass Bayern München überhaupt ins Basketballgeschäft eingestiegen ist. Bei seiner Entlassung 2012 sagte Uli Hoeneß: "Er leidet an Realitätsverlust!" Svetislav Pesic schaffte immerhin noch eine Meisterschaft in der BBL 2014. Doch der neue Trainer der Bamberger Andrea Trinchieri (2x BBL-Meister 2015/2016) kam aus der 2. Liga in Italien, spielte ein schnelleres Spiel und beendete die Laufbahn von Pesic. 2016 wurde er von Uli Hoenes gebeten "aus gesundheitlichen Gründen" zurückzutreten. Sein Sohn Marco Pesic (Geschäfstführer und Sportdirektor des FC Bayern) bedauerte dies und holte eine ehemalige Legende auf dem Feld und zeitgemäß spielenden Trainer names Aleksandar Dordevic (2x Silber bei WM und Olympia als Serbischer Nationaltrainer).

Samer sagt mir seit 10!!! Jahren: "Besorgt mir ein Drittel des Etats des Teams mit dem höchsten Etat in der 1. Liga. Ich kaufe und coache die richtigen Spieler um die Liga zu dominieren! Wenn sich niemand verletzt, garantiere ich sogar die Meisterschaft innerhalb von 2 Jahren! (Mit dem gleichen Satz hat Dirk Bauermann es Uli Hoeneß erklärt, als er ihn überredete in Basketball zu investieren). Dies funktioniert nur mit einem sehr guten Coach und entsprechender Teamchemie!"

Dazu sagte ich ihm immer: "Unmöglich in der 1.Liga! Mit Cuxhaven habt ihr es 2007 geschafft. Vielleicht schafft man das wieder in der 2.Liga oder in der 3.Liga. Aber nicht in der 1.Liga wo Bamberg seit Jahren ungefochten die Nummer 1 ist und Bayern fast genauso viel Geld hat."

Ich konnte meinen Augen nicht trauen als ich im Jahr 2017, die BBL Saison verfolgte. Bayern (15,5 Million € Etat) und Bamberg (18 Millionen €) liegen hinter einer Mannschaft die viel weniger Geld und einen deutlich schwächeren Coach hat. Ulm (6,5 Millionen €) mit Thorsten Leibenath, der unserer Meinung nach auf Platz 12 von 18 Trainern der BBL ist (Man sah seine Qualität in den Playoffs gegen Oldenburg 2017, wo er unter anderem einen 27!!! Punkte Vorsprung zur Halbzeit verspielte und die Serie verlor). Samer hat in Osnabrück kurz unter Ihm gespielt und hat Insider Informationen. Somit wurde aber auch Samers Theorie wiederlegt. Es braucht nicht mal einen sehr guten Coach um die Liga zu dominieren sondern nur richtige Spieler, diese Spielweise und Teamchemie. Da der Ulmer Geschäftführer Dr. Thomas Stoll über die letzten Jahre gelernt hat wie man ein Team zusammen stellt (BBL MVP 2017 Reymar Morgan/ Chris Babb, Daniel Theis 2012-2014, John Bryant MVP 2012 & 2013)) und dass man schnellen Basketball spielen lässt, besetzte Ulm mit 26 Siegen infolge (bester Run der Bundesliga aller Zeiten) und 30:2 am Ende Platz 1 in der laufenden Saison, vor Bamberg und Bayern. Veränderungen im Basketballsport fallen aber meist den Spielern zuerst auf. Ulms Aufbauspieler Per Günther, (Samer traf mit Cuxhaven oft auf Ihn. Per spielte zu der Zeit 2007-2008 bei Hagen in der Pro A/2.Bundesliga) ist es sehr deutlich anzuerkennen. Er ist derzeit Deutschlands bester PG (Dennis Schröder aus der NBA ausgenommen). Die Süddeustche Zeitung nannte Ihn, der Stephen Curry der Bundesliga. Viele weitere Spieler, wie z.B. Andi Obst, sahen dass diese Spielweise funktionert und zogen nach.

Die BBL ist gerade in der besten Saison aller Zeiten und will bis 2020 auch die stärkste Liga Europas werden. Vergleicht man die Wirtschaftslage und den Zuschauerschnitt bei Heimspielen in den ehemaligen Top-Ländern scheint dies durchaus möglich.

2015 kam auch in der NBA endgütlig der Beweis der alle Kritiker verstummen ließ. Die Golden State Warriors wurden NBA Champions und schlugen 2016 sogar den Rekord von Michael Jordan´s Chicago Bulls 1996 (90er Hochzeit der NBA, 72 Siege/10 Niederlagen) mit 73 Siegen/9 Niederlagen. Ein Meilenstein im Basketballsport weltweit. Denn auf einmal wurde dieser Spielstil nicht mehr diffarmiert sondern zukunftsorientierter Basketball genannt. Stephen Curry wurde 2015 & 2016 MVP der NBA. Er revolutionierte die PG Position und den Basketball weltweit mit genau diesem Spielstil. Aus dem Sprint, 2 Meter nach der Mittellinie abzufeuern hat sich niemand vor ihm getraut (Gilbert Arenas sei hier noch erwähnt aber nicht in dem Ausmaß). Er hat sogar von dort eine bessere Quote als direkt von der Dreierlinie. Die meisten erkennen nicht, dass er kein reiner 3´er-Werfer ist. Er hat eine sehr hohe Quote bei 2´ern und Korblegern. Maximales Ballhandling, ein Auge für die Mitspieler, Ausdauer und die Fähigkeit in die Zone zu kommen. Niemand schafft es derzeit so oft wie er.

Wir begleiteten Samer und seine Brüder schon seit Ihrer Anfangszeit.  Wir konnten mit ansehen wie seine Kritiker zu Fans oder treuen Supportern geworden sind, als er beim MTV Aurich eine Bezirksliga-Mannschaft zu vier Aufstiegen infolge bis in die Regionalliga verhalf und dabei fünf 2.Bundesliga Spieler hervorbrachte.

"In Aurich waren die Jungs noch motiviert und haben sich ihren Weg hart erarbeitet. Freitag- und Samstag Abende waren wir in der Halle. Wenn ich heute zurückblicke sehe ich nicht nur fünf ehemalige Profis sondern auch noch 8 aktive Trainer aus dem Kader. Das bedeutet mir am meisten." sagte Samer.

Auch in seinen weiteren Stationen als 2.Bundesliga Spieler leitete er Schul-AGs und coachte Jugend- und Herren-Teams. Er ist einer der besten Wurftrainer des Landes und kann jeden Spieler mit nur einem Satz überzeugen. Er braucht nur wenige Minuten um aus einem Spieler einen besseren Werfer zu machen. Der beste Spieler ist für Ihn der vielseitigste und der unberechenbarste. Was die Entwicklung des Spiels betrifft ist er immer auf dem laufenden. Er saugt alles auf was er über neue Trainingsmethoden erfährt. Denn dass was sehr gute Trainer von durchschnittlichen Trainern unterscheidet ist, Sie lassen Taten sprechen, halten Sich nie für allwissend, entwickeln Sich immer weiter und versuchen Ihrer Zeit voraus zu sein. Da er sogar ehrenamtlich arbeitet war die Entscheidung nicht schwer ihn langfristig an den Verein zu binden. Es gibt nicht viele Trainer die einen Vertrag auf Lebenszeit erhalten. Er bereits zum zweiten Mal.

Der Vorstand, Sportdirektor, der Trainer und die Spieler haben die gleichen Ziele und vertreten die gleichen Werte. Das war meist der Grund warum es in anderen Vereinen stagnierte. Früher oder später wird das eine entscheidende, richtungsweisende Frage sein. Dafür haben wir vorgesorgt und früh den Grundstein gelegt.

"Als Spieler habe ich den Aufstieg in die 1.Liga schon miterlebt. In Cuxhaven war man aber unfähig und konnte/wollte den Aufstieg nicht wahrnehmen. Die Mannschaft fiel auseinander und letzten Endes der gesamte Verein. Wäre man in Hamburg ebenso weit, würden sich ganz andere Möglichkeiten eröffnen. Egal wieviele Versuche es braucht. Ich werde unseren Verein nach oben bringen. Mein Ziel ist es langfristig als Hauptamtlicher Trainer des Vereins zu arbeiten. Solange mich meine Knochen tragen werde ich auch noch mitspielen. Unsere erste Saison lief nach Plan. Es finden sich immer mehr Spieler und Supporter. Wir wollen verstärkt an unseren Camps arbeiten um eine Jugendabteilung aufzubauen. Außerdem steht das neue Jugendprojekt "Integration durch Streetball" in den Startlöchern. Damit wollen wir nicht nur Integrationsarbeit leisten sondern auch die Streetball Kultur wieder zum Leben erwecken. Denn Hallenzeiten in Hamburg zu bekommen war nicht leicht. Es hat oft geregnet als ich über ein Jahr lang mit dem Rad nach Leerständen suchte. Ab April 2017 konnten wir an drei Tagen in der Woche Training anbieten. Zudem gebe ich ebenfalls seit April 2017 an der Grundschule St.Pauli, die erste St.Pauli-Bats AG für 3./4. Klassen, seit September 2017 für 5.-7. Klassen und eine Streetball-AG für 8.-9. Klassen. Wir würden dieses Jahr gerne mehr Camps anbieten jedoch fehlen uns dafür die Spendengelder. Schauen Sie sich unsere Arbeit an. Gibt es einen besseren Sport um Kinder zusammenzubringen? Ich halte die Camps für eines der wichtigsten Dinge um einen Verein aufzubauen. Die nächsten Termine finden Sie hier.

An alle jüngeren: "Wollt Ihr Profis werden? Glaubt niemand dass Ihr es schaffen könnt? Ich schon. Hört Ihr auf mich garantiere ich Euch sogar, dass Ihr es schafft!" Samer Ismailat.

Unser Ziel ist es den Basketballsport in dieser Stadt wieder zu etablieren. 32 Basketballvereine mit vielen Talenten spielen in Hamburg Basketball. Seit 2002 gibt es kein 1.Liga Team mehr. Bei unserer Suche nach einem Standort stach besonders ein Viertel hervor, St.Pauli.

Um die Organisation für die Aufbauarbeit des Vereins zu realisieren benötigen wir Unterstützung für den Basketballsport. Austausch und Zusammenarbeit. In der Aufbauphase sind wir auf die Hilfe der Fans und der Förderer angewiesen. Ohne Euch würde gar nichts gehen. Ihr macht den Sport erst groß.

Seid von Anfang an Dabei!

Mohamed El Zein

1.Vorsitzender

 

ZDF Bericht von 2014 (7:14 Min.) aus der "Drehscheibe"